Eigenes Zuhause aus dem 3D-Drucker: Erstes Modulhaus aus Normbeton mit neuem mobilem 7-Achs-Drucksystem realisiert

Ready4Space-Modell „Pluto“ für zukünftigen Modulhaus-Park in der Region Weißenhorn gedruckt / Innovative Drucktechnologie von Avenco und KUKA im Praxiseinsatz / 3D-Recycling-Druckbeton von quick-mix ermöglicht normgerechte Bauweise / Qualitativ hochwertige Verarbeitung des Materials dank Misch- und Pumptechnologie von m-tec / Partnernetzwerk demonstriert Potenzial für die Zukunft des modularen Bauens

Weißenhorn, 14. September 2026. Mit einem innovativen Pilotprojekt treiben die Rupp Gebäudedruck GmbH und ihre Partner die Entwicklung des 3D-Gebäudedrucks weiter voran: Erstmals hat das Unternehmen ein Modulhaus seiner Architekturserie „Ready4Space“ mit einem neuen mobilen 7-Achs-Drucksystem hergestellt. Gedruckt wurde das Modell „Pluto“, ein modernes Wohnmodul mit 23 Quadratmetern Wohnfläche, Satteldach und charakteristischer 3D-gedruckter Fassadenstruktur. Das Gebäude soll künftig Teil eines Modulhaus-Parks in der Region Weißenhorn werden.

Besonders bemerkenswert ist dabei die eingesetzte Technologie: Zum Einsatz kam ein mobiles 7-Achs-Drucksystem von Avenco, das offiziell in Partnerschaft mit KUKA entwickelt wurde. Gemeinsam mit der Misch- und Pumptechnik von m-tec mathis technik sowie einem innovativen Normbeton von quick-mix, einer Marke von Sievert, entstand innerhalb kurzer Zeit ein hochwertiges Wohnmodul aus dem Drucker. „Unser Ziel ist es, den Gebäudedruck aus der Nische in die breite Anwendung zu bringen. Dafür brauchen wir Lösungen, die wirtschaftlich, flexibel und praxistauglich sind. Genau das zeigt dieses Projekt“, erklärt Michael Oßwald, Geschäftsführer der Rupp Gebäudedruck GmbH. „Mit dem neuen Drucksystem und einem normgerechten Beton schaffen wir die Voraussetzungen dafür, Modulhäuser künftig noch effizienter und skalierbarer zu produzieren.“

Für Avenco markiert das Projekt einen bedeutenden Beweis für die Leistungsfähigkeit seiner mobilen 3D-Druckplattform. „Dieses Projekt bestätigt, was wir mit unserer mobilen 7-Achs-Roboter-Plattform beweisen wollten: dass konstruktionstauglicher 3D-Druck über feste Portale hinausgehen und auf echten, flexiblen Baustellen eingesetzt werden kann“, sagt Berkay Doğan, Geschäftsführer von Avenco. „Gemeinsam mit KUKA und Rupp Gebäudedruck haben wir gezeigt, dass robotergestützte additive Fertigung bereit für den skalierbaren, alltäglichen Einsatz im Wohnungsbau ist – nicht nur als Proof of Concept.“

Normbeton statt Spezialmischung

Ein wichtiger Meilenstein des Projekts ist die Verwendung eines 3D-Recycling-Druckbetons. Während beim Gebäudedruck bislang häufig spezielle Rezepturen erforderlich waren, setzt das neue Verfahren auf einen innovativen Normbeton von quick-mix, der sich sicher, einfach und präzise verarbeiten lässt. „Der Einsatz von Normbeton eröffnet neue Möglichkeiten für den 3D-Gebäudedruck“, sagt Michael Oßwald. „Die Technologie wird dadurch wirtschaftlicher und leichter verfügbar. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer breiteren Marktdurchdringung.“

Modulhäuser als Antwort auf neue Wohn- und Nutzungskonzepte

Das gedruckte Modulhaus gehört zur Architekturserie „Ready4Space“, mit der Rupp Gebäudedruck hochwertige und flexibel nutzbare Modulgebäude anbietet. Die Einheiten eignen sich unter anderem als Gästehaus, Ferienhaus, Homeoffice, Wohnraumerweiterung oder für touristische Konzepte. Das Modell „Pluto“ zählt zu den kompaktesten Varianten der Serie und zeigt exemplarisch, wie sich moderne Architektur, industriell vorgefertigte Prozesse und digitale Fertigung miteinander verbinden lassen. Die Außenwände wurden vollständig im 3D-Druckverfahren hergestellt und verleihen dem Gebäude eine markante architektonische Optik.

Starkes Partnernetzwerk für die Zukunft des Bauens

Das Projekt entstand in enger Zusammenarbeit mehrerer Spezialisten. Die Planung und Druckausführung lagen bei Rupp Gebäudedruck. Die Drucktechnologie stammt von Avenco in Partnerschaft mit KUKA. Für die Misch- und Pumptechnik zeichnete m-tec mathis technik verantwortlich, während quick-mix den verwendeten Normbeton entwickelte und bereitstellte. Der anschließende Ausbau des Moduls erfolgt nun durch die Rupp Gruppe. „Innovationen entstehen dort, wo unterschiedliche Kompetenzen zusammenkommen“, betont Michael Oßwald. „Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, welches Potenzial in starken Partnerschaften steckt. Gemeinsam entwickeln wir Technologien, die das Bauen schneller, flexibler und wirtschaftlicher machen können.“

Mit dem erfolgreichen Druck des ersten Moduls sehen die Projektpartner einen weiteren wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer industriell skalierbaren Fertigung von Wohn- und Modulgebäuden. Das Vorhaben in Weißenhorn soll zugleich als Referenzprojekt für zukünftige Anwendungen dienen und die Möglichkeiten moderner Drucktechnologien im Bauwesen sichtbar machen.